Kompletträder: Vorteile und Tipps für die Reifen-Felge-Kombi

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Kompletträder sind nicht mit Ganzjahresreifen zu verwechseln, sie sind nur für eine Saison ausgelegt. Gleichzeitig sind sie ungeheuer praktisch, da Felge und Reifen bereits miteinander verbunden sind.

Kompletträder: Praktisch im Paket

Normalerweise sind Felge und Reifen getrennt: Wer einen neuen Satz Winter- oder Sommerräder braucht, kauft daher neue Reifen und lässt diese auf die bestehende Felge aufziehen. Bei einem Komplettrad hingegen sind Felge und Reifen bereits fertig zusammengebaut. Somit ist die Montage am Fahrzeug denkbar einfach. Das Schöne daran: Werden die Reifen gewechselt bzw. neue Räder montiert, glänzt somit auch die Felge in völlig neuem Lack, denn hier wird nicht die gebrauchte Felge benutzt.

Kompletträder können Sie heute ganz einfach nach Hause schicken lassen und die Montage am Fahrzeug selbst vornehmen. Müssen jedoch neue Reifen auf die alten Felgen gezogen werden, ist das als Laie meist nicht möglich, hier sind die Künste der Werkstatt gefragt. Kompletträder warten mit einer Reihe von Vorteilen auf, was sicherlich auch erklärt, warum die Nachfrage nach dieser Ausstattung nicht nachlässt und im Gegenteil sogar steigt.

Kompletträder können Sie nicht das ganze Jahr hindurch fahren, sondern Sie müssen diese ebenfalls auf die Saison anpassen. (#01)

Kompletträder können Sie nicht das ganze Jahr hindurch fahren, sondern Sie müssen diese ebenfalls auf die Saison anpassen. (#01)

Welches sind die passenden Kompletträder?

Kompletträder können Sie nicht das ganze Jahr hindurch fahren, sondern Sie müssen diese ebenfalls auf die Saison anpassen. Das heißt, dass Sie zwei Reifensätze benötigen – einmal für den Frühling und Sommer, einmal für Herbst und Winter. Neben der Möglichkeit, zwischen Sommer- und Winterkompletträdern zu wählen, können Sie sich auch für verschiedene Felgen entscheiden.

Darf es Stahl oder Alu sein? Alufelgen punkten durch ihre Optik und wirken besonders hochwertig. Außerdem sind sie vergleichsweise leicht und bringen nicht noch ein zusätzliches Gewicht an das Auto. Damit lässt sich sogar der Kraftstoffverbrauch positiv beeinflussen. Dafür sind Kompletträder mit Alufelgen aber meist teurer als ihre Kollegen aus Stahl. Dieses Material weiß zudem durch Robustheit und Unempfindlichkeit zu überzeugen, was sich vor allem im Winter bemerkbar macht.

Alufelgen reagieren auf das Streusalz der Straßen ganz schnell mit hässlichen Flecken, Stahlfelgen sehen deutlich weniger angegriffen aus. Sie eignen sich daher als Felgenvariante für die Winterräder, die Kompletträder mit Alufelgen dürfen somit im Sommer das Auto zieren.
Eventuell setzen Sie auch auf Ganzjahresräder, denn auch diese sind als Kompletträder erhältlich. Dann benötigen Sie nur einen Satz Räder – empfehlenswert vor allem dann, wenn Sie nicht täglich und auch keine weiten Strecken fahren.

Für Wenigfahrer lohnt sich die Umstellung von Sommer- auf Winterräder und umgekehrt meist nicht. Leben Sie aber in einer Region, die im Winter vom Schnee verwöhnt wird, sollten Sie trotz weniger Fahrten auf ausgewiesene Winterräder setzen. Diese bieten einfach mehr Grip auf vereisten Straßen.

Derzeit sind in den üblichen Reifenshops im Netz noch keine Kompletträder zu finden, die die originalen Felgen der Autohersteller nutzen. (#03)

Derzeit sind in den üblichen Reifenshops im Netz noch keine Kompletträder zu finden, die die originalen Felgen der Autohersteller nutzen. (#03)

Kompletträder auf Originalfelgen des Herstellers

Derzeit sind in den üblichen Reifenshops im Netz noch keine Kompletträder zu finden, die die originalen Felgen der Autohersteller nutzen. Die Fahrzeughersteller bieten aber einen Originalteileversand, auch im Autohaus sind derartige Kompletträder erhältlich. Wer dort nicht teuer einkaufen möchte, kann auch die Alternativen nutzen, die den Originalen zum Verwechseln ähnlich sehen. Diese Felgen unterscheiden sich lediglich in winzigen Details von den Originalen und werden von den gleichen Felgenbauern hergestellt, die auch für die Originalfelgen verantwortlich sind.

Welche Vorteile bieten Kompletträder?

Kompletträder überzeugen vor allem dadurch, dass sie leicht montiert werden können. Es entfällt das aufwendige Aufziehen der Reifen auf die Felgen, da beides bereits miteinander verbunden ist. Damit ergibt sich eine enorme Kosten- und Zeitersparnis, denn die einzelnen Tätigkeiten, die zwischen dem Neukauf der Reifen und der fertigen Montage stehen, kosten Geld. Auswuchten, Anbringen der Ventile, Montage, verwendete Zubehörteile und teilweise das Teilegutachten müssen bezahlt werden. Diese Positionen sind bei Kompletträdern aber meist schon enthalten, wenn sie gekauft werden. Damit sind Kompletträder meistens günstiger.

Auch zeitlich gesehen ist es natürlich praktischer, auf Kompletträder zu setzen, die nur noch am Auto montiert werden müssen und keine weiteren Vorarbeiten mehr erfordern.

Weitere Vorteile sind:

  • Einfache Lagerung
    Die Reifen, die für die jeweils andere Saison benötigt werden, können ganz einfach stehend und nebeneinander aufgereiht gelagert werden. Da sie mit der Felge verbunden sind, ergibt sich hier nicht die Gefahr des Verformens.
  • Aufziehen auch von Laien möglich
    Die Montage der Kompletträder am Auto ist von einem Laien möglich, der einen Wagenheber und den Mutternschlüssel bedienen kann. Die Fahrt in die Werkstatt muss nicht vorgenommen werden.
  • Schneller Wechsel möglich
    Durch den Punkt, dass Kompletträder auch von einem Laien montiert werden können, ist der rasche Wechsel bei einem unvorhergesehenen Witterungsumschwung möglich. Kein Warten mehr auf einen Termin in der Werkstatt und bis dahin ein banges Gefühl beim Fahren, weil die Reifen derzeit nicht sicher und den Witterungsverhältnissen angepasst sind.
Viele Hersteller statten die Autos bereits ab Werk mit einem Reifendruckkontrollsystem aus. Kaufen Sie nun neue Kompletträder, müssen Sie dieses System beachten, denn auch die neuen Räder sollen den passenden Reifendrucksensor aufweisen. (#04)

Viele Hersteller statten die Autos bereits ab Werk mit einem Reifendruckkontrollsystem aus. Kaufen Sie nun neue Kompletträder, müssen Sie dieses System beachten, denn auch die neuen Räder sollen den passenden Reifendrucksensor aufweisen. (#04)

Nicht blind kaufen

Angebote für Kompletträder gibt es viele, doch auf einige Punkte sollten Sie beim Kauf unbedingt achten. Setzen Sie besser auf Markennamen – No-Name-Modelle sind meist weder belastbar noch zuverlässig genug und punkten vor allem durch einen günstigen Preis. Dieser kommt jedoch nur auf Kosten der Qualität zustande! Hier gilt das alte Sprichwort wieder: Wer billig kauft, kauft doppelt! Die einzelnen Elemente sind meist nicht hochwertig genug, teilweise sind die Reifen nicht auf Alufelgen gezogen, sondern nur auf Stahlfelgen erhältlich. Damit ergibt sich das bereits erwähnte Problem des gesteigerten Kraftstoffverbrauchs ebenso wie ein geminderter optischer Eindruck des Fahrzeugs.

Um Fehlkäufe zu vermeiden, ist die Nutzung eines Felgenkonfigurators sinnvoll. Dieser hilft dabei, die passende Reifengröße zu ermitteln – sowohl passend zum Fahrzeug als auch zum gewünschten Einsatzzweck. Außerdem sollten Sie alle vier Reifen von einem Hersteller kaufen und darauf achten, dass die Profiltiefen annähernd gleich tief sind.

Tipp: In den alten Fahrzeugscheinen stand die Reifengröße, die für diesen speziellen Pkw zugelassen war. In der neuen Zulassungsbescheinigung Teil II sind jedoch nur noch eine oder zwei Standardgrößen aufgeführt – andere Größen müssen nicht separat aufgeführt werden. Der Fahrzeughalter darf sie aufziehen, die Größenfreigabe muss nicht zwingend in den Papieren stehen. Für Laien gilt daher, dass eine Beratung vor dem Kauf der Kompletträder sinnvoll ist, wenn eine nicht aufgeführte Reifengröße montiert werden soll. Auch ein Anruf beim Hersteller ist hilfreich und gibt Aufschluss über die Dimensionen, die zugelassen sind.

Nun stellt sich die Frage, ob es nicht möglich ist, jede Größe von Kompletträdern aufzuziehen, sofern diese nicht am Radhaus schabt. (#02)

Nun stellt sich die Frage, ob es nicht möglich ist, jede Größe von Kompletträdern aufzuziehen, sofern diese nicht am Radhaus schabt. (#02)

Jede Größe von Kompletträdern montieren?

Nun stellt sich die Frage, ob es nicht möglich ist, jede Größe von Kompletträdern aufzuziehen, sofern diese nicht am Radhaus schabt. Dass der Reifen keinen Kontakt zum Kotflügel haben darf, ist klar. Das gilt übrigens auch, wenn das Auto maximal beladen wurde, über eine holperige Straße fährt oder um enge Kurven navigieren muss! Sie dürfen tatsächlich nur die Reifendimensionen aufziehen, die für Ihr Fahrzeug zugelassen sind.

Denn neben dem Einfluss auf das Fahrverhalten spielen auch weitere Aspekte eine Rolle: Montieren Sie Räder mit einem anderen Durchmesser auf Ihr Fahrzeug, so kann der Tacho nicht mehr die richtige Geschwindigkeit anzeigen – er zeigt ein anderes Tempo, als Sie tatsächlich fahren. Außerdem ist das Übersetzungsverhältnis zwischen Reifen und Getriebe ein anderes, daher ändert sich sogar das Abgasverhalten Ihres Autos. Informieren Sie sich daher immer rechtzeitig, ob die gewünschten Reifen für Ihr Fahrzeug geeignet und zugelassen sind.

Kompletträder und das Reifendruckkontrollsystem

Viele Hersteller statten die Autos bereits ab Werk mit einem Reifendruckkontrollsystem aus. Kaufen Sie nun neue Kompletträder, müssen Sie dieses System beachten, denn auch die neuen Räder sollen den passenden Reifendrucksensor aufweisen. Im Internet finden sich mittlerweile viele Händler, die nicht nur die Kompletträder verkaufen, sondern auch diverse Zusatzausstattungen anbieten, zu denen Kontrollsensoren gehören. Normalerweise sind diese Sensoren im Komplettrad montiert – der Sensor muss jedoch später am Fahrzeug aktiviert werden. Das ist für einen Laien schwierig, daher empfiehlt es sich, doch besser den Reifenservice oder eine Werkstatt aufzusuchen.

Es gibt allerdings auch die Variante an Kompletträdern, die keine Sensoren braucht. Der Reifendruck wird hier über die Sensoren, die für das ABS zuständig sind, kontrolliert. Dies nennt sich „indirektes Reifenkontrollsystem“ und hat keinen Einfluss auf neue Kompletträder. Wer sich damit allerdings nicht auskennt, sollte auf die Hilfe eines Fachmannes vertrauen, damit das Auto verkehrssicher bleibt.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Tyler Olson  -#01: Creativa Images  -#02:  rzymuR  -#03:  Ljupco Smokovski -#04: vetrovamaria



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Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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