Carports: Schutz vor Wind und Wetter

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Wenn keine Garage vorhanden ist, das Fahrzeug aber vor Wind und Wetter geschützt werden soll, eignet sich die Anschaffung eines Carports. Hier gibt es zahlreiche Varianten. Neben der Form spielt auch das Material eine Rolle. Zwei Dinge sind bei einem guten Carport wichtig: ausreichender Schutz und Langlebigkeit.

Bevor der Bau des Carports beginnen kann: Die Genehmigung

Bevor man sich nun ein Carport in die Einfahrt oder den Hof baut, ist es wichtig, sich eine Baugenehmigung einzuholen. Im schlimmsten Fall muss es wieder abgerissen werden. Hier wurde schon des Öfteren gerichtlich entschieden, dass der Carport wieder entfernt werden muss. Das ist nicht nur teuer, sondern auch ärgerlich. Die Regelungen für Carports sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich.

Teilweise sind auch mobile Carports mit feststehenden Varianten gleichgesetzt und benötigen ebenfalls eine Genehmigung.

Auch der Grenzabstand muss bedacht werden. Wird die Bebauungsgrenze von drei Metern unterschritten, ist die Baugenehmigung für Carports von der geplanten Höhe sowie der allgemeinen Gestaltung abhängig.

Das Carport sollte passend zum Haus sein ( Foto: Shutterstock-_Whitevector )

Das Carport sollte passend zum Haus sein ( Foto: Shutterstock-_Whitevector )

Mögliche Vorschriften lauten

Bundesland Hessen: Der Rauminhalt darf bis zu 40 Kubikmeter betragen. Erst danach ist der Carport nicht mehr genehmigungsfrei.

Bundesland Baden-Württemberg: Carports sind bei Einhaltung baurechtlicher Bestimmungen genehmigungsfrei. Allerdings nur, wenn der umbaute Raum nicht mehr als 40 Kubikmeter im Innenbereich und nicht mehr als 20 Kubikmeter im Außenbereich beträgt.

Bundesland Mecklenburg-Vorpommern: Bei Einhaltung sämtlicher öffentlich-rechtlichen Bestimmungen ist die Erbauung des Carports genehmigungsfrei.

Bundesland Berlin: Carports sind genehmigungsfrei, wenn deren Grundfläche maximal 30 m² beträgt.

In Hamburg, Bremen und Bayern beispielsweise ist eine Baugenehmigung dagegen Pflicht. Diese Vorschrift gilt hier unabhängig vom umbauten Raum und der Grundfläche des Carports.

Bei den Holz-Varianten des Carports wird vorrangig mit Lärchenholz gearbeitet. ( Foto: Shutterstock-_rudolfgeiger )

Bei den Holz-Varianten des Carports wird vorrangig mit Lärchenholz gearbeitet. ( Foto: Shutterstock-_rudolfgeiger )

Die Vor- und Nachteile der Materialien des Carports

Steht der Erbauung des Carports nichts mehr im Wege, sollte man sich mit den verschiedenen Materialien beschäftigen. Holz ist das gängigste Baumaterial für Carports. Auch Aluminium und Stahl werden gern verwendet und haben ihre Vorteile. Auch eine Art Bausatz kann eine gute Lösung sein, da sie einiges an Planung und Arbeit spart. Natürlich sollte der Carport nicht nur praktisch sein. Er sollte auch optisch zum Haus und der Umgebung passen.

Carports aus Holz

Bei den Holz-Varianten des Carports wird vorrangig mit Lärchenholz gearbeitet. Es enthält natürliches Öl, was vor Witterungseinflüssen schützt. Das Nadelholz ist ebenfalls gegen Pilzbefall besser aufgestellt als die meisten anderen Holzarten. Auch Fichtenholz wird gern verwendet. Hölzerne Seitenwände schützen das Fahrzeug vor Wind und Hagel.

Ein großer Vorteil von Holz ist der Preis. Carports aus Holz sind vergleichsweise günstig. Schon ab 200 Euro kann man einen Bausatz für ein Carport erwerben. Das Holz passgenau fertigen zu lassen ist allerdings deutlich teurer. Ab rund 400 Euro erhält man robuste Carports. Sie können auch leicht passend zum Wohngebäude gestaltet werden. Bei Form und Farbe ist hier mehr Gestaltungsfreiraum gegeben. Wenn das passende Holz gewählt wurde, sind diese Carports sehr robust. Selbst wenn ein Stützpfeiler versehentlich angefahren wird, bricht der Unterstand nicht zusammen.

Der Nachteil eines Holz-Carports liegt klar auf der Hand: Die Witterung. Während Metall sehr widerstandsfähig ist, muss Holz regelmäßig gepflegt werden. Ansonsten wird es marode und instabil. Eine Kesseldruckimprägnierung und ein Anstrich mit Holzschutzmitteln oder Leinöl sind gute Möglichkeiten, das Holz gegen die Witterung zu schützen.

Das Dach des Carports lässt sich prima für Kollektoren nutzen ( Foto: Shutterstock- Marina Lohrbach)

Das Dach des Carports lässt sich prima für Kollektoren nutzen ( Foto: Shutterstock- Marina Lohrbach)

Carports aus Stahl

Stahl ist eine mögliche Variante von metallenen Carports. Es gibt zudem viele Carports, die sowohl aus Stahl als auch aus Aluminium gefertigt sind. Eine Metallkonstruktion ist auch bestens geeignet, wenn die Bedachung begrünt werden soll.

Der Vorteil von Stahl ist die lange Haltbarkeit. Stahl ist äußerst robust und muss, im Gegensatz zu Holz, nicht gepflegt werden. Hier muss der Carport lediglich mit Wasser gereinigt werden, falls dies nötig ist. Je nach Region muss der Carport starke Schneelasten aushalten. Mit Stahl ist das in der Regel kein Problem. Hierfür muss allerdings eine sorgfältige Statikberechnung durchgeführt werden. Die Metallkonstruktionen sind außerdem deutlich leichter als Carports aus Holz.

Besonders der Preis ist ein Nachteil bei Carports aus Stahl. Die Kosten sind deutlich höher als bei anderen Materialen für Carports. Zudem gestaltet sich der Aufbau dieser Carports recht schwer. Damit der Carport nicht in sich zusammenfällt, muss eine Statikberechnung durchgeführt werden. Entstehen Roststellen, müssen diese unbedingt nachgebessert werden, da sonst die Stabilität des Materials leidet.

Aus welchem Material das Carport sein soll ist auch eine Preisfrage ( Foto: Shutterstock- Palatinate Stock )

Aus welchem Material das Carport sein soll ist auch eine Preisfrage ( Foto: Shutterstock- Palatinate Stock )

Carports aus Aluminium

Mit Aluminium können Carports individuell gestaltet werden. Sie fügen sich harmonisch in die meisten Grundstücke ein. Die Konstruktion besteht aus dickwandigen und korrosionsbeständigen Aluminiumprofilen, was für Stabilität sorgt.

Die Vorteile eines Alu-Carports sind die Langlebigkeit und die Stabilität. Sie sind robust gegen Witterungen und benötigen keine Pflege. Zudem sind Carports aus Aluminium meist langlebiger als Varianten aus Stahl.

Der Nachteil ist der Preis. Aluminium gehört zu den teuersten Materialen für Carports. Auch die Möglichkeit einer individuellen Gestaltung ist hier eher gering. Allerdings sind mittlerweile Beschichtungen möglich, die für eine farbliche Individualisierung sorgen.

Carports als Bausatz

Wer es sich einfach machen möchte, greift auf einen Bausatz zurück. Dieser kann später auch erweitert werden. Putzwandelemente, Holzlattungen und diverse Materialien stehen hier zur Auswahl.

Die Vorteile eines solchen Bausatzes sind zum einen die Einfachheit. Zum anderen hat man damit einen Standard-Carport, der später erweitert werden kann. So kann beispielsweise ein Schuppen oder Abstellraum angebaut werden. Bei den Carport-Bausätzen werden die geltenden Normen üblicherweise eingehalten.

Der Nachteil ist, dass solche Bausätze aus dem Baumarkt oft nicht sonderlich hochwertig sind. Teilweise kann es passieren, dass die Bauteile nicht zusammenpassen, wodurch Nacharbeitungen nötig sind. Die Auswahl an Designs und Stilen ist zudem geringer.

Wer handwerkliches Geschick hat, kann sein Carport selbst aufstellen ( Foto: Shutterstock-Mabeline72 )

Wer handwerkliches Geschick hat, kann sein Carport selbst aufstellen ( Foto: Shutterstock-Mabeline72 )

Carports als DIY-Projekt

Wer handwerklich begabt ist und sein Carport als eigenes Projekt errichten will, kann sich mit den richtigen Materialien auch einen eigenen Unterstellplatz bauen. Hier ist eine Vielfalt an Designmöglichkeiten geboten. Auch die Wertigkeit der Materialien kann man selbst bestimmen.

In einem Sägewerk oder einer Metallbaufirma kann man die Bauteile dann individuell zuschneiden, beziehungsweise konstruieren lassen. Beim DIY-Carport sind besondere Dachformen, Doppel-Carports oder auch bunte Farben möglich. Oft sind hier auch nachträgliche Erweiterungen möglich.

Ein eigener Carport zu konstruieren ist oft gar nicht so leicht. Statistik, Stabilität und Langlebigkeit müssen bedacht werden. Hier sind entsprechende Fachkenntnisse nötig. Das fordert oft die Hilfe eines Architekten oder eines Bauingenieurs. Selbstgebaute Carports sind meistens teurer als Bausätze. Auch Wartezeiten auf Materialien müssen bedacht werden.

Über den Autor

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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