KFZ Leasing: Vorzeitige Rückgabe kann teuer werden

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Leasen statt Kaufen: KFZ Leasing ist sowohl für Unternehmen als auch für Privatpersonen eine bequeme Möglichkeit, in den Genuss eines aktuellen Fahrzeuges zu kommen. Wir zeigen Ihnen, worauf es beim Leasen ankommt und warum eine vorzeitige Rückgabe teuer werden kann.

Vorteile des KFZ Leasings

Das KFZ Leasing, das Volkswagen im Jahr 1966 aus den USA nach Deutschland importierte, war lange Zeit hauptsächlich für Unternehmen und Selbstständige attraktiv, da die monatlichen Leasingraten für Firmenwagen als Betriebsausgaben steuerlich absetzbar sind. Doch die Tatsache, dass sich, im Gegensatz zum Barkauf, beim KFZ Leasing die anfallenden Kosten auf die gesamte Laufzeit verteilen, hat auch bei Privatpersonen zunehmend an Beliebtheit gewonnen.

Die Vorteile des Leasings bestehen in erster Linie darin, dass der Halter stets ein aktuelles Auto fahren kann und durch die konstanten, meist niedrigen monatlichen Raten eine hohe finanzielle Flexibilität besteht. Zudem muss sich der Fahrer am Ende der Vertragslaufzeit nicht um den Verkauf des Autos bemühen, wodurch er Zeit und Geld spart. Leasing ist somit sehr bequem: der Wechsel zu einem moderneren Auto ist garantiert, Reparaturen und andere Service-Leistungen sind meist im Preis inbegriffen.

Video:Das Geschäft mit dem PKW-Leasing

Der KFZ Leasingvertrag: Darauf ist zu achten

Wer sich jedoch überlegt, ein Auto zu leasen anstatt es zu kaufen, sollte nicht nur auf die Höhe der Rate achten. Beim KFZ Leasing sind auch noch andere Aspekte als die Finanzierung zu beachten. Hierzu zählen beispielsweise die echten Gesamtkosten. Diese ergeben sich nicht nur aus der Höhe der monatlichen Raten; auch die zu Beginn des Vertrages anfallende Sonderzahlung muss berücksichtigt werden.

Hierbei gilt: je kleiner die monatlichen Raten sind, desto höher ist die Sonderzahlung. Wer einen Leasing Vertrag abschließt, ist zudem verpflichtet, das geleaste KFZ Vollkasko zu versichern sowie die regelmäßigen Inspektionstermine einzuhalten. Dies bedeutet, dass der Halter des Autos auf die freie Werkstattwahl verzichtet. Bei dem Abschluss eines Leasings Vertrages ist zudem auf die Wahl der richtigen Vertragsform zu achten: am beliebtesten ist derzeit das sogenannte Kilometerleasing.

Dabei wird vertraglich eine bestimmte Kilometerleistung vereinbart (beispielsweise 15.000 Kilometer plus eine zugestandene Abweichung). Ist diese Grenze bei Vertragsende überschritten, so muss der Kunde die überschüssige Leistung pro Kilometer nachzahlen. Wer schlau ist, sollte außerdem kein Anbindungsrecht im Leasing Vertrag vereinbaren. Dieses verpflichtet den Halter nämlich nach Ablauf der Frist zum Kauf des geleasten Fahrzeuges zu einem vereinbarten Restwert.

Rechenbeispiele für KFZ Leasing

Beim KFZ Leasing wird der Halter des geleasten Autos als Leasingnehmer bezeichnet. Auf diese Person erfolgt auch die Zulassung des Fahrzeuges, während der Eigentümer weiterhin die Leasingfirma bleibt. Wer die Annehmlichkeiten des Leasings nutzen möchte (keine Kapitalbindung und somit weitere Liquidität), muss sich zunächst einer Bonitätsprüfung seitens der Leasingbank unterziehen. Diese prüft, ob der Leasingnehmer die monatlichen Raten voraussichtlich zahlen kann.

Die Höhe der jeweiligen Monatsrate bemisst sich dabei aus dem tatsächlichen Fahrzeugpreis, dem Betrag der Sonderzahlung, der Vertragslaufzeit sowie der vereinbarten Kilometerleistung. Typische Vertragslaufzeiten beim KFZ Leasing sind 12, 24, 36 oder 48 Monate. Bei einer Laufzeit von drei Jahren, einer jährlichen Kilometerleistung von 10.000 Kilometern sowie einer Sonderzahlung in Höhe von 20 Prozent muss beispielsweise für einen VW Golf 1.0 TSI mit einem Kaufpreis von 20.675 Euro eine Sonderzahlung in Höhe von 4.135 Euro sowie eine monatliche Rate von 166 Euro gezahlt werden.

Der effektive Jahreszins beträgt 0,76 Prozent. Bei einem Audi A3 1.4 TFSI (Kaufpreis: 24.250 Euro) beträgt die Sonderzahlung 4850 Euro und die Monatsrate 192 Euro (0,56 effektiver Jahreszins). Ein Mercedes C180 mit einem Neupreis von 33.766 Euro kostet als Leasing Fahrzeug monatlich rund 244 Euro. Die Sonderzahlung, welche zu Vertragsbeginn fällig ist und als Anzahlung dient, beträgt bei diesem Fahrzeug 6.753 Euro.

In einigen Fällen möchte der Leasingnehmer sein Auto gerne vor dem Ablauf der Vertragsfrist zurück geben. (#01)

In einigen Fällen möchte der Leasingnehmer sein Auto gerne vor dem Ablauf der Vertragsfrist zurück geben. (#01)

Vorzeitige Rückgabe beim KFZ Leasing – mögliche Gründe

In einigen Fällen möchte der Leasingnehmer sein Auto gerne vor dem Ablauf der Vertragsfrist zurück geben. Doch ist das im Rahmen eines Leasing Vertrages überhaupt zulässig? Gründe für die Rückgabe können vielfältig sein: zum einen besteht die Möglichkeit, dass der Halter des Fahrzeuges die monatlichen Raten nicht mehr aufbringen kann. Bei einem Zahlungsverzug, das bedeutet, dass zwei aufeinander folgende Monatsraten nicht gezahlt werden, wird der Leasingvertrag seitens der Leasinggesellschaft gekündigt.

Eine solche Verweigerung der monatlichen Zahlung hat nicht nur eine Kündigung zur Folge, sondern bringt die Leasingbank in die Position, den gesamten restlichen Betrag sowie zusätzlich Schadensersatz fordern zu können. Andere Gründe als die der Zahlungsunfähigkeit können beispielsweise sein, dass sich der Fahrzeughalter vor Ablauf des Leasingvertrages ein neueres Modell mit einer besseren Ausstattung wünscht.

Folgen einer vorzeitigen Rückgabe beim KFZ Leasing

Eine Aufhebung des Leasing Vertrages ist seitens der Leasinggesellschaft nicht erwünscht. Die Bank hat in erster Linie das Interesse, den bestehenden Vertrag aufrecht zu erhalten, da sie weniger durch die monatlich Raten, jedoch durch die anfallenden Zinsen einen Gewinn erwirtschaften. Aus diesem Grund räumen sich Leasingbanken nach einer Kündigung den Anspruch auf das Gesamtleasingentgelt ein. Eine frühzeitige Rückgabe des Autos bedeutet für den Fahrzeuginhaber, dass noch nicht einmal der Werteverlust, der in den ersten beiden Jahren am höchsten ist, durch die monatlichen Raten abgedeckt ist (dies ist nur bei einer sehr hohen Anzahlung der Fall).

Um diese Entwicklung zu vermeiden, muss der Fahrzeughalter somit bei vorzeitiger Rückgabe entweder eine sehr hohe Ablösesumme an die Bank zahlen oder aber einen anderen Interessenten finden, der das Fahrzeug für die restliche Laufzeit zu den bestehenden Konditionen übernimmt. Der Verkauf des Leasingvertrages ist online über bestimmte Portale möglich, hierbei bedarf es jedoch der Zustimmung der Leasingbank.

Video:Leasing vs. Finanzierung | Was ist günstiger? | Abenteuer Auto Classics

Vorzeitige Rücknahme des Leasing Autos bei Diebstahl und Totalschaden

Aufgrund der oben genannten Gegebenheiten ist bei den meisten Leasinggesellschaften ein Leasing Vertrag unkündbar. Dem Leasinghalter ist somit eine vorzeitige Rückgabe des geleasten Autos nicht zu empfehlen, da sie fast immer mit finanziellen Nachteilen verbunden sind. Nach Möglichkeit sollte der Leasingnehmer das Fahrzeug somit behalten. Möchte der Fahrzeughalter jedoch nicht bis zum Ende der vertraglich vereinbarten Laufzeit abwarten, so sollte er sich direkt an die Leasingfirma wenden, die ihn beraten kann, unter welchen Voraussetzungen das geleaste Fahrzeug vorzeitig zurück genommen werden kann.

Allerdings sollte ihm bewusst sein, dass die Kosten in jedem Fall höher sind, als wenn er bis zum Ablauf der Laufzeit wartet. Eine andere Situation ist bei einem Totalschaden oder Diebstahl des Autos gegeben: in solchen Fällen ist eine Aufhebung des bestehenden Leasingvertrages zu besseren Konditionen möglich. Dabei sollte schon beim Abschluss des Leasing Vertrages auf die sogenannte Gap (englisch für „Lücke“) geachtet werden – damit können Risiken wie ein Totalschaden oder Diebstahl versichert werden.

In diesem Sinne ist auch eine Restschuldversicherung sinnvoll: diese garantiert eine Kostenübernahme bei Tod, Unfall oder Arbeitsunfähigkeit des Fahrzeughalters als Folge einer Krankheit.

KFZ Leasing: Vertragslaufzeit abwarten

Auch wenn es einigen Leasinghaltern schwer fällt, so ist es ratsam, das geleaste Auto bis zum Ende der Vertragslaufzeit zu behalten, um eine zusätzliche finanzielle Belastung zu vermeiden. Durch die umfassenden vertraglichen Regelungen ist es sehr schwer, aus einem Leasingvertrag auszutreten. Stattdessen sollten mögliche Risiken wie Unfälle oder der Diebstahl des Leasing Fahrzeuges zusätzlich abgesichert werden. Dabei ist es sinnvoll, vor dem Abschluss des Leasing Vertrages Versicherungen zu vergleichen: so sind die von Leasinggesellschaften angebotenen Service-Pakete inklusive Versicherungsleistungen häufig teurer als eine eigene Versicherung abzuschließen. Auch wenn die Finanzierung eines geleasten Fahrzeuges leichter fällt als ein Barkauf, da sich die Kosten über die gesamte Vertragslaufzeit erstrecken, so ist es zusätzlich möglich, auf diese Weise zu sparen.


Bildnachweis:© Fotolia-Titelbild: Creativa Images-#01:Andrey Popov

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