Rund fünfzig Enthusiasten für elektrische Fahrzeuge aus der Grenzregion trafen sich zur elften Tour de Flens, um nachhaltige Mobilität konkret erlebbar zu machen. Die Teilnehmern besichtigten die Schnellladestation auf der Hochseefähre Nerthus in Fynshav, bewunderten das energieautarke Konzept im Coop Smartstore Nordborg mit Danfoss-Technik und erhielten praxisnahe Informationen von Projekt Zero sowie Klimapakt Flensburg. Zusätzliche Demonstrationen zur Ladeinfrastruktur bei AZF und im Klimapark Glücksburg rundeten die abwechslungsreiche Veranstaltung abschließend ab.
Inhaltsverzeichnis: Das erwartet Sie in diesem Artikel
Tour de Flens startet mit 50 E-Fahrzeug-Piloten bei Sonnenschein

Teilnehmer beim Zwischenstop bei der Autoschmiede Ringsberg (Foto: artefact)
Bei strahlendem Sommerwetter machten sich etwa fünfzig Elektrofahrzeugfahrer aus der deutsch-dänischen Grenzregion sowie den Städten Berlin, Bremen und Oldenburg auf den Weg zur elften Ausgabe der Tour de Flens. Die vom Zentrum für nachhaltige Entwicklung artefact organisierte Infotainment-Tour führte auf einer abwechslungsreichen Route durch Flensburg, die Nordseeinsel Föhr und entlang der dänischen Grenze. Dabei standen praxisnahe Einblicke in Elektromobilität, Ladeinfrastruktur sowie internationale Best-Practice-Beispiele im Mittelpunkt mit spannenden Gesprächen praxisnaher Atmosphäre.
Elektrische Hochseefähre Nerthus lädt Akkus blitzschnell in Fynshav auf
Die elektrische Hochseefähre Nerthus zählt zu den größten ihrer Art weltweit und machte im Hafen von Fynshav fest, um in gerade einmal zwanzig Minuten ihre Batterien für die Rückfahrt aufzuladen. Dieses leistungsstarke Schnelllade-Equipment verdeutlicht, wie moderne E-Mobilität auch auf Seestrecken ohne ausgebaute Hafeninfrastruktur zuverlässige Ladezyklen im Alltag realisieren kann und bietet wertvolle Erkenntnisse für E-Motorrad-Enthusiasten. Demonstriert, wie Ladeprozesse auch in entlegenen Gebieten funktionieren und ermöglicht Rückschlüsse auf Systemauslegung und Energieplanung.
Coop Smartstore in Nordborg nutzt Solarstrom und Danfoss-Abwärme effektiv
Beim Besuch des Coop Smartstore in Nordborg erhalten die Teilnehmer Einblick in ein nahezu energieautarkes Ladenkonzept. Photovoltaikmodule erzeugen den gesamten Strom für Beleuchtung und Kassensysteme, während innovative Danfoss-Wärmerückgewinnung die Abwärme aus Gefriertruhen in Heizenergie umwandelt. Diese integrierte Lösung demonstriert, wie Einzelhandelsbetriebe ihren Energiebedarf selbst decken und Betriebskosten reduzieren. Motorrad-Liebhaber konnten konkrete Impulse für umweltfreundliche Garagen- und Werkstattgestaltungen sammeln und praktische Umsetzungsideen gewinnen. Zudem lieferten Praxisbeispiele zur Infrastruktur Anregungen für Konzeptideen.
Lehmann und Wüstermann stellen grenzüberschreitende E-Ladeinfrastrukturberatung und Förderprogramme vor

Auch elektrische Motorräder nahmen an der Tour de Flens teil (Foto: artefact)
Am Vortag stellten Malene Lehmann aus Sonderborg und Jördes Wüstermann bei Projekt Zero und dem Klimapakt Flensburg ihre Beratungsleistungen und verfügbare Förderprogramme vor, wobei sie bereits realisierte Klimaschutzmaßnahmen präsentierten und praktische Erfahrungen teilten. Anwesende E-Fahrer profitierten von konkreten Anleitungen zum eigenständigen Aufbau von Ladepunkten, zur Umrüstung von Fahrzeugen auf elektrische Antriebe und zur Entwicklung grenzüberschreitender kommunaler Kooperationen südlich der deutsch-dänischen Grenze. Damit erhielten sie praxisnahe Budget- und Zeitpläne für Umsetzung.
Teilnehmer testen elektrische Umrüstungen vom NSU Prinz bis E-Motorrad
Die Teilnehmer erhielten Gelegenheit, einen NSU Prinz, der komplett auf Elektroantrieb umgerüstet wurde, neben aktuellen deutschen und internationalen Serien-Elektrofahrzeugen sowie dem neuesten Modell eines Elektro-Motorrads praktisch zu erproben. Diese vielfältige Auswahl demonstrierte eindrücklich, dass moderne Elektromobilität nicht nur technologischen Fortschritt repräsentiert, sondern im alltäglichen Betrieb bereits heute komfortabel eingesetzt werden kann. Verschiedene Reichweiten und Leistungsstufen bieten maßgeschneiderte Lösungen für individuelle Mobilitätsansprüche und Alltagstauglichkeit.
E-Fahrer erhalten bei AZF Flensburg Mobilitätstag Vortrag zu Ladeinfrastruktur-Strategien
Auf dem Mobilitätstag im Autohaus AZF in Flensburg erhielten die E-Fahrer einen Impulsvortrag von Stefan Wiese zu Ladeinfrastruktur-Strategien. Dabei wurden praxisorientierte Konzepte für öffentliche und private Ladestationen erläutert, insbesondere modulare Systeme und Lastmanagement-Ansätze. Anschließend besuchte die Gruppe die Autoschmiede Ringsberg, wo vor zwanzig Jahren erste Umrüstungen auf Pflanzenöl erfolgten. Diese historische Entwicklung bildete den Kontrast zum aktuellen Schwerpunkt auf Elektromobilität, deren technische Vorteile und zukünftige Potenziale ausführlich praxisnah diskutiert wurden.
Werner Kiwitt führte durch Klimapark Glücksburg, Grillen förderte Praxis-Austausch
Am Ende der Tour übernahm Werner Kiwitt die Leitung, um den Klimapark Glücksburg zu erkunden. Diese grüne Lernfabrik demonstriert Technologien zur Gewinnung und Nutzung erneuerbarer Energien, darunter Windkraftmodelle, Photovoltaikmodule und Energiespeicherlösungen. Im Anschluss organisierte das Team ein After-Tour-Grillen im Parkgelände, bei dem sich die Teilnehmer in lockerer Atmosphäre über ihre Erfahrungen austauschten, Kontakte knüpften und praktische Ratschläge diskutierten, um konkret die gewonnenen Erkenntnisse nachhaltig und erfolgreich in deutschen Projekten umzusetzen.
In der elften Ausgabe der Tour de Flens erhielten Elektroradfahrer praxisnahe Erkenntnisse zu beschleunigten Ladezyklen auf Hochseefähren, umsetzbaren Konzepten für energieautarke Einzelhandelsfilialen, vielseitigen modularen Nachrüstkits sowie erfolgreichen Modellprojekten zur internationalen Zusammenarbeit. Die Teilnehmer konnten bewährte Strategien für die Infrastrukturentwicklung und Werkstattausstattung kennenlernen. Mit diesen praxisorientierten Impulsen eröffnet sich nun die Möglichkeit, innovativen dänischen Lösungsansätze zielgerichtet in Süddeutschland zu implementieren. Dadurch können regionale Betreiber ihre Flotteneffizienz steigern und CO2-Emissionen nachhaltig senken.

