Audi Sport TT Cup: Infos zum Motorsport Event

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Der Audi Sport TT Cup ist eine Veranstaltung speziell für Nachwuchs-Rennfahrer. Er gibt ihnen die Möglichkeit, sich auf großer Bühne zu präsentieren und den nächsten Schritt in der Karriere zu machen.

Audi Sport TT Cup: Förderung für den Nachwuchs

Junge Fahrer haben es im Motorsport oftmals schwer, auf sich aufmerksam zu machen. Um an den großen Rennen teilzunehmen, ist in der Regel viel Erfahrung notwendig. Der Weg dahin ist sehr steinig und viele Fahrer gelangen trotz eines großen Talents nicht bis an die Spitze. Daher hat sich Audi zum Ziel gesetzt, den Zugang zu den großen Wettbewerben etwas zu erleichtern – durch den Sport TT Cup. Dieser Wettbewerb wurde speziell für die Nachwuchsförderung entwickelt.

Daran nehmen als dauerhafte Teilnehmer ausschließlich junge Fahrer teil. Sie stammen aus drei verschiedenen Kontinenten. Das Durchschnittsalter lag bei der ersten Austragung 2015 bei 21 Jahren. Sie werden lediglich durch einige Gastfahrer ergänzt, die jedoch nicht an der Wertung teilnehmen. Dazu zählen ehemalige Profi-Motorsportler sowie einige Prominente. Diese sorgen dafür, dass die Veranstaltung auch eine einmalige Show zu bieten hat und daher viele Zuschauer anzieht. Wie gut die Nachwuchsförderung funktioniert, zeigen die Wege einiger ehemaliger Teilnehmer.

Der erste Meister des Audi Sport TT Cups – Jan Kisiel – startete bereits im Folgejahr genau wie seine Verfolger Nicolaj Møller Madsen und Mikaela Åhlin-Kottulinsky im Audi R8 LMS in verschiedenen nationalen oder internationalen Rennserien. Auf diese Weise gelang ihnen der Durchbruch zu Profisportlern. Sie sollten nicht die einzigen Teilnehmer bleiben, die nach ihrer Teilnahme an dieser Veranstaltung weiter Karriere machten.

Sheldon van der Linde, der ebenfalls ein Rennen beim Audi Sport TT Cup gewinnen konnte, startete später beim ADAC TCR Germany im Audi RS 3 LMS. Viele weitere ehemalige Teilnehmer konnten später im professionellen Motorsport Fuß fassen. Dem Gewinner winkt außerdem eine Förderung im GT3-Programm dieser Marke.

Der erste Meister des Audi Sport TT Cups – Jan Kisiel – startete bereits im Folgejahr genau wie seine Verfolger Nicolaj Møller Madsen und Mikaela Åhlin-Kottulinsky im Audi R8 LMS in verschiedenen nationalen oder internationalen Rennserien. (#01)

Der erste Meister des Audi Sport TT Cups – Jan Kisiel – startete bereits im Folgejahr genau wie seine Verfolger Nicolaj Møller Madsen und Mikaela Åhlin-Kottulinsky im Audi R8 LMS in verschiedenen nationalen oder internationalen Rennserien. (#01)

Spannende Rennen seit 2015: Die Geschichte des Audi Sport TT Cups

Die Idee, einen eigenen Markenpokal für die Nachwuchsförderung auszutragen, entstand bereits vor mehreren Jahren. Die bekannte Automarke mit den vier Ringen beschloss, sich fortan nicht mehr ausschließlich auf den Spitzensport zu konzentrieren, sondern auch jungen Talenten eine Chance zu geben. Die konkreten Vorbereitungen starteten 2014. Dabei galt es zunächst, aus den unzähligen Bewerbungen die geeigneten Kandidaten auszuwählen. Insgesamt meldeten sich 165 Fahrer aus 30 Nationen für den Sport TT Cup an. Parallel dazu fand die Entwicklung des Rennwagens statt.

Dieser wurde in der spanischen Stadt Matorell unter der Leitung von Seat Sport gebaut. Die technischen Grundlagen lieferte jedoch das deutsche Unternehmen. Nachdem die Veranstalter in einem mehrstufigen Verfahren 18 Fahrer aus den zahlreichen Bewerbern ausgewählt hatten, fand ein kurzes Fitness-Camp im Allgäu statt. Fahrer und Autos trafen dann erstmals in Spanien aufeinander.

Die Tests fanden auf der Rennstrecke Parcmotor de Castellolí statt. Anfang Mai 2015 wurde schließlich am Hockenheimring der erste Wettbewerb ausgetragen. Dabei stellte er einen Teil des Rahmenprogramms der DTM-Rennen dar. Auch in den Folgejahren wurde der Cup erneut ausgetragen, sodass er sich mittlerweile im Motorsport etabliert hat.

Der deutsche Autobauer entwickelte speziell für diesen Wettbewerb einen eigenen Rennwagen. Dieser basiert auf dem Serienmodell TT. (#02)

Der deutsche Autobauer entwickelte speziell für diesen Wettbewerb einen eigenen Rennwagen. Dieser basiert auf dem Serienmodell TT. (#02)

Das Fahrzeug für die Veranstaltung: Der Audi TT Sport Cup

Der deutsche Autobauer entwickelte speziell für diesen Wettbewerb einen eigenen Rennwagen. Dieser basiert auf dem Serienmodell TT. Allerdings kam es dabei zu zahlreichen Änderungen. Am auffälligsten ist dabei das deutlich niedrigere Gewicht. Während die Straßenversion stolze 1438 kg auf die Waage bringt, ist die Rennversion nur 1125 kg schwer. Um diese Gewichtsreduzierung zu erreichen, entfernten die Ingenieure einige Bauteile aus dem Fahrzeug. Anstatt dessen bauten sie eine massive Sicherheitszelle aus Stahl ein, die den Fahrern einen guten Schutz bietet.

Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass der TT in seiner Ausführung als Rennwagen anstatt des Allradantriebs nur mit einem Vorderradantrieb ausgestattet ist. Diese Änderung trug erheblich zur Gewichtsreduktion bei. Das Fahrzeug verfügt über 310 PS und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 239 km/h. Sowohl der Motor als auch das Getriebe entsprechen weitestgehend dem Serienmodell. Daran nahmen die Techniker nur minimale Änderungen vor.

Eine weitere Besonderheit besteht darin, dass am Lenkrad ein Knopf für die Traktionskontrolle angebracht ist. Damit lässt sich das Fahrzeug an den Zustand der Fahrbahn und der Reifen anpassen. Die technischen Details der Rennwagen sind dabei fest von der Veranstaltungsleitung vorgegeben.

Die einzigen Bereiche, in denen die Fahrer selbst Veränderungen vornehmen dürfen, sind der Reifendruck und die Stabilisatoren an Vorder- und Hinterachse. Obwohl dieses Auto speziell für den Nachwuchs-Wettbewerb entwickelt wurde, gibt es auch Pläne, es für weitere Motorsport-Ereignisse einzusetzen. Die Techniker statteten es beispielsweise mit einem großen Tank mit einem Inhalt von 100 Litern aus. Damit ist auch ein Einsatz bei Langstreckenrennen möglich.

 Anfang Mai 2015 wurde schließlich am Hockenheimring der erste Wettbewerb ausgetragen. (#03)

Anfang Mai 2015 wurde schließlich am Hockenheimring der erste Wettbewerb ausgetragen. (#03)

Push-to-Pass: Spannende Überholmanöver durch Boost-Button

Besonders bemerkenswert ist die Push-to-Pass-Funktion, die in den Rennwagen integriert wurde. Dabei handelt es sich um einen Knopf, mit dem die Fahrer die Leistung des Motors für kurze Zeit um 30 PS steigern können. Diese Funktion verspricht besonders spannende Überholmanöver. Sie erleichtert es den Rennfahrern, an den Wagen der Konkurrenten vorbeizukommen. Der Einsatz unterliegt jedoch speziellen Normen.

Es gilt dabei stets eine fest vorgegebene Höchstzahl, die während des Rennens nicht überschritten werden darf. Aus diesen Gründen müssen sich die Fahrer genau überlegen, für welche Manöver sie den Boost einsetzen. Das verleiht dem Cup eine herausragende taktische Komponente, die für zusätzliche Spannung bei den Wettbewerben sorgt.

Video: Audi TT Cup Nürburgring 2017 Rennen 2 mit Dner

Veranstaltungen auf den bedeutendsten Rennstrecken Europas

Der TT Sport Cup wurde erstmalig auf dem Hockenheimring ausgetragen. Der nächste Wettbewerb dieser Veranstaltungsreihe fand auf dem Nürburgring statt. Damit durften die Nachwuchsrennfahrer gleich die beiden bedeutendsten Rennstrecken in Deutschland kennenlernen. Weitere Veranstaltungsorte waren der Norisring und die Rennstrecke in Oschersleben. Im weiteren Verlauf kehrte die Veranstaltung sowohl zum Hockenheimring als auch zum Nürburgring zurück. Hinzu kam ein Ausflug ins Ausland – zum Red Bull Ring in Österreich.

Während die genannten deutschen Rennstrecken auch in den Folgejahren den Schwerpunkt der Veranstaltung darstellten, wurden weitere Rennstrecken im Ausland hinzugefügt. 2016 kam es zu Wettkämpfen im niederländischen Zandvoort und in der ungarischen Hauptstadt Budapest. 2017 wählten die Veranstalter neben den deutschen Rennstrecken wieder Österreich und die Niederlande als zusätzliche Ziele aus. Auf diese Weise sammelten die Nachwuchsfahrer interessante internationale Erfahrungen und lernten einige der bedeutendsten Rennstrecken Europas kennen.

Video: Audi Sport TT Cup 2017. Race 2 Nürburgring. Finlay Hutchison Huge Crash

Audi TT Cup 2017: Spannender Zweikampf

Der TT Cup 2017 zeichnete sich durch einen sehr interessanten Zweikampf zwischen dem britischen Fahrer Philip Ellis und dem spanischen Kontrahenten Mikel Azcona aus. Ellis startete mit herausragenden Leistungen. Er gewann die ersten drei Wettbewerbe und konnte sich damit einen großen Vorsprung erarbeiten. Für Azcona verlief der Start hingegen nicht nach Plan. Allerdings konnte er am Norisring seine Stärken voll ausspielen und gewann dort beide Wettbewerbe.

Nach einem zweiten Platz in Zandvoort gewann er drei Siege in Folge. Auf diese Weise entwickelte sich ein packender Zweikampf, bei dem sich bis kurz vor Schluss des Wettbewerbs kein Sieger abzeichnete. Beide Fahrer waren dabei beinahe gleichauf. Erst als Ellis das vorletzte Rennen – das auf dem Hockenheimring ausgetragen wurde – gewann, konnte er auch die Gesamtwertung für sich entscheiden und wurde so zum Champion des Audi TT Sport Cups 2017.


BIldnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Studioimagen73  -#01: PHOTOMDP  -#02: Studioimagen73  -#03: Manfred Steinbach



Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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