Iracing: Realistische Rennsimulation auf dem Computer

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iRacing ist die beliebteste Online Rennsimulation für Freunde des Motorsports. Wir haben sie unter die Lupe genommen und ein paar Probefahrten absolviert. Diese Fahrzeuge sind an Bord und auf diesen Strecken kann gerast werden. Wenn man denn ein guter Fahrer ist.

Bereits im Jahr 2008 startete das Projekt iRacing. Das Entwicklerteam dahinter schickte sich an, nicht einfach nur eine realistische Rennsimulation auf den Markt zu bringen, sondern eine, wo der Realismus wirklich in jeder Kurve spürbar wird. Keine gekünstelten Stories mit Dialogen zum Fremdschämen, keine übertriebenen Effekte, die mit der Realität nichts zu tun haben und keine quietschenden Drifts durch Kurven, die nie zu enden scheinen wollen. iRacing wollte als realistische Rennsimulation durchstarten und das den Nutzer auch spüren lassen.

iRacing ist mittlerweile eine riesige Community geworden, die über 60.000 Mitglieder zählt. Nicht nur da hat sich seit dem Start einiges getan. Auch das Spiel selber ist natürlich nicht auf dem damaligen Stand der Technik stehen geblieben, sondern hat sich weiter entwickelt. Neue Fahrzeuge sind dazu gekommen, noch mehr Strecken und noch mehr Events.

iRacing: An wen richtet sich die Rennsimulation?

iRacing widmet sich allen Freunden des Motorsports und an die, die die größten Rennen dieser Welt nachfahren wollen. Und zwar unter realistischen Bedingungen. Das bringt allerdings auch mit sich, dass iRacing für Einsteiger nicht geeignet ist. Selbst fortgeschrittene Einsteiger werden in iRacing erstmal schnell ihren Meister finden und an Grenzen stoßen. Denn der Realismus sorgt eben auch dafür, dass der Schwierigkeitsgrad extrem hoch ist. Wer sich mit anderen Rennsimulationen nicht mehr zufrieden geben mag, sollte über den Schritt hin zu iRacing vielleicht nachdenken, um sich den dortigen höheren Anforderungen zu stellen und sich mit Mitgliedern aus der ganzen Welt zu messen.

Denn der Realismus sorgt eben auch dafür, dass der Schwierigkeitsgrad extrem hoch ist. (#01)

Denn der Realismus sorgt eben auch dafür, dass der Schwierigkeitsgrad extrem hoch ist. (#01)

Die Systemvoraussetzungen von iRacing

Um das realistische Racing-Spiel auch problemlos spielen zu können, ist im Grunde nicht allzu viel nötig. Auf den meisten aktuellen Computern ist iRacing spielbar. Windows 7, ein Intel Core i3 Prozessor, 8 GB Ram-Speicher und 10 GB Festplattenspeicher reichen bereits aus. An die Grafikkarten stellt das Spiel keine großen Anforderungen und es werden auch integrierte Grafikkarten unterstützt. Apple-Nutzer schauen aber (wie bei Spielen so oft) in die Röhre. Auf einem Mac ist iRacing nur über eine via Boot Camp installierte Windows-Version möglich.

Bei der Steuerung ist iRacing mittlerweile etwas großzügiger. Zwar wird die Steuerung per Tastatur weiterhin nicht unterstützt. Am besten eignet sich dafür ein Lenkrad mitsamt Pedalen. Empfohlen werden unter anderem das Truthmaster T150, das Truthmaster TX oder das Racing Wheel G29 von Logitech. Ebenfalls unterstützt werden verschiedene Controller, die die preisliche Einstiegsschwelle weitaus tiefer ansetzen als ein waschechtes Lenkrad. Mit einem Ultra Touchbook von Intel ist sogar eine Steuerung per Touch möglich.

Racing around the world: Diese Strecken sind dabei

Die Strecken, die in iRacing dabei sind, alle aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen. Gestartet mit ein paar wenigen ausgesuchten Rennstrecken im Jahr 2008 ist das Angebot heute weitaus größer. Über achtzig Strecken sind im Umfang enthalten. Mit möglichen Variationen und Modifikationen sind es sogar mehr als 230. Dazu zählen einige der größten und bekanntesten Rennkurse auf der ganzen Welt. Die Strecken wurden mitsamt Laser genauestens digital erfasst, so dass der Realismus auch hier keine Grenzen kennt.

Über achtzig Strecken sind im Umfang enthalten. (#02)

Über achtzig Strecken sind im Umfang enthalten. (#02)

Diese Kurse muss man gefahren sein:

  • Le Mans:
    Hier finden Jahr für Jahr die 24 h von Le Mans statt, das wohl berühmteste 24-Stunden-Rennen auf der ganzen Welt. Klar, dass diese Strecke bei iRacing nicht fehlen darf.
  • Nürburgring:
    Seit Jahren leider kein Bestandteil des Formel 1-Rennkalenders mehr, ist die legendäre Nordschleife bei iRacing natürlich dabei. Einmal dort die Runden drehen, wo schon Michael Schuhmacher um Siege und zu seinem Ikonenstatus fuhr.
  • Indianapolis Speedway:
    Bereits 1909 wurden am Indianapolis Speedway die ersten Rennen gefahren. Legendär wurde der Kurs spätestens durch die 500 Meilen-Rennen, die bereits 1911 zum ersten Mal stattgefunden haben.
  • USA International Speedway:
    Dreckig wird es auf dem USA International Speedway. Neu im Programm wird hier mit sogenannter Dirt Configuration gefahren und etwas Rallye-Feeling hält bei iRacing Einzug.
  • Texas Motor Speedway:
    In Texas ist alles ein paar Nummern größer. Der Texas Motor Speedway erlaubt Racing vom Feinsten. Auf dem 1,5 Meilen langen ovalen Kurs hat Gas geben absolute Priorität. Vom NASCAR bis zu Indy Car waren hier schon etliche Racing Series am Start.
  • Circuit de Spa Francorchamps:
    Der Circuit de Spa Franchorcamps ist ebenfalls aus der Formel 1 bekannt. Mitten in den Ardennen gelegen, hat die Strecke einen Höhenunterschied von über 100 Metern, was in den Kurven zu besonders hohen Fliehkräften führt und ihr den Beinamen Ardennen-Achterbahn eingebracht hat. Vor allem ihre erste Kurve stellt selbst die Profis vor Schwierigkeiten und regelmäßig kommt es hier zu spektakulären Unfällen.

Gas geben mit originalen Fahrzeugen

Die Entwickler von iRacing arbeiten mit zahlreichen Herstellern zusammen. (#03)

Die Entwickler von iRacing arbeiten mit zahlreichen Herstellern zusammen. (#03)

iRacing bietet nicht nur realistische Strecken, sondern auch realistische Fahrzeuge, die aus allerhand Rennserien bekannt sind. Neben der Nasacar-Series sind auch Fahrzeuge aus der Formel 1 (auch klassische Autos) und Prototypen dabei. Sportwagen und Dirt Racer komplettieren das Angebot von mehr als 80 Fahrzeugen.

Um nicht nur ein realistisches Äußeres an den Tag zu legen, sondern auch ein Fahrverhalten zu zeigen, was dem echten möglichst nahe kommt, arbeiten die Entwickler von iRacing mit zahlreichen Herstellern zusammen. Audi, Ford, VW, BMW, McLaren und viele viele weitere Automobilkonzerne kooperieren mit der realistischen Rennsimulation zusammen.

Die Spielmodi von iRacing

iRacing beinhaltet etliche verschiedene Spielmodi. Zahlreiche offizielle Rennserien sind in dem Spiel zu Hause. Mit Nascar und Open Wheel gibt es zwei berühmte, die gefahren werden können. Dazu gesellen sich beispiellos viele nicht offizielle Rennserien, in denen sich die Spieler weltweit miteinander messen können.

So spielt sich iRacing

Die ersten Schritte bei iRacing sind ungewohnt. Ungewohnt schwierig, das merkt man schon nach wenigen gefahrenen Metern. Und das ist es aber auch, was viele Spieler reizt. Das Fahrverhalten der Fahrzeuge fühlt sich sehr realistisch an. Fehlt nur noch, dass der Geruch von quietschenden Reifen und rauchenden Bremsen aus dem Computer kommt.

Um eben diesen beinahe sagenhaften Realismus, mit der kaum eine andere Rennsimulation mithalten kann, hin zu bekommen, wurden zahlreiche Profirennfahrer als Testimonials gewonnen. Dazu zählen unter anderem Kyle Larson, Kasey Kahne, Dale Earnheart Jr., Ron Capps, Rubens Barrichello, Juan Carlo Montoya, Takuma Sato und viele mehr. Damit der Realismus vollends befeuert wird, finden regelmäßige Live-Übertragungen der Rennen bei iRacing statt. Spannende Videos gibt es zudem auf dem dazugehörigen Youtube Channel.

Auch grafisch lässt sich das Spiel sehen. Wo anfangs noch viel Luft nach oben war, ist mittlerweile sehr weit aufgeholt worden. Die Strecken und die Fahrzeuge sehen sehr gut aus, auch wenn Drumherum und Details nicht mit den neuesten Konsolenmodellen mithalten können.

iRacing: Das kostet die realistische Rennsimulation

iRacing ist lediglich als Abo-Modell erhältlich. Der reguläre Preis beträgt 13 US-Dollar im Monat. Die dreimonatige Mitgliedschaft kostet 33 US-Dollar, die einjährige 110 US-Dollar und die zweijährige 199 US-Dollar. Wer einmal Freude an iRacing gefunden hat, kann mit einem langfristigen Abo also einiges sparen. Und das direkt wieder investieren. Denn im Spiel selber gibt es zahlreiche mögliche Zusatzkäufe, mit denen neue Fahrzeuge und Rennserien freigeschaltet werden können. Als Neukunde kann man zudem regelmäßig von günstigen Einstiegsangeboten profitieren. Updates sind in dem Abo-Preis mit enthalten.

Für wen lohnt sich iRacing?

Für Einsteiger ist iRacing nichts, denn dann dürfte sich schon nach kurzer Zeit eine große Frustration beim Spielen der Motorsport-Simulation breit machen. Wem aber die normalen Rennsimulationen am Markt nicht ausreichen, der dürfte mit iRacing seine wahre Freude haben. Realismus pur, von den Rennstrecken bis hin zu den Fahrzeugen und deren Fahrverhalten, ist hier angesagt.

Wem die normalen Rennsimulationen am Markt nicht ausreichen, der dürfte mit iRacing seine wahre Freude haben. (#04)

Wem die normalen Rennsimulationen am Markt nicht ausreichen, der dürfte mit iRacing seine wahre Freude haben. (#04)


Bildnachweis: © Shutterstock-Titelbild: jamesteohart, #01: Tinxi, #02: Adam Vilimek, #03: Scanrail1, #04: Blackregis

Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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