ACV gibt Tipps für sicheres Fahren auf winterlichen Straßen
Nachdem selbst in Mittelgebirgen und Lagen über 400 Meter in Deutschland schon der erste Schnee des Winters 2008/2009 gefallen ist, wird es allerhöchste Zeit, auf Winterreifen umzurüsten. Was dabei zu beachten ist, hat die Initiative „Pro Winterreifen“, zu deren Gründungsmitgliedern auch der ACV Automobil-Club Verkehr zählt, zusammengefasst.
Ganz wichtig und zuallererst: Mindestens 4 Millimeter Profiltiefe braucht ein Winterreifen, sonst verliert er die Eigenschaften, die ihn für winterliche Fahrbahnen auszeichnen – gute Haftung auf rutschigen Untergründen, Kurvenstabilität und kurze Bremswege. Denn die feinen Lamellen im Profil eines Winterreifens, die für eine besonders gute Haftung sorgen, sind unterhalb einer Profiltiefe von 4 Millimetern nicht mehr vollständig vorhanden. Vor der Montage der Winterreifen sollte also unbedingt die Profiltiefe an der am stärksten abgefahrenen Stelle überprüft werden!
Das Restprofil eines Reifens lässt sich ganz einfach mit einer Euromünze feststellen: Verschwindet der goldene Rand im Profil, ist die Profiltiefe ausreichend, ansonsten sollte der Reifen ausgetauscht werden. Beim Kauf eines neuen Winterreifens ist darauf achten, dass neben der Kennzeichnung „M+S“ das Schneeflockensymbol auf der Flanke des Reifens zu sehen ist. Reifen mit Schneeflockensymbol werden nach bestimmten Kriterien einheitlich geprüft.
In einer Telefonaktion der Aktion Pro Winterreifen informierten Experten wie der ACV-Generalsekretär Ralf Sanner zu rechtlichen und praktischen Themen rund ums Autofahren bei winterlichen Straßenverhältnissen. Hier das Wichtigste in Kürze:
Welcher Winterreifen ist sicher und passt zu meinem Auto?
Von Billigreifen ist abzuraten, da diese bei aktuellen Tests der Stiftung Warentest nahezu durchgehend schlecht bewertet wurden; Markenreifen schneiden in der Regel besser ab. Welcher Reifen der richtige für das Auto ist, kann der Fachmann im Reifenhandel am besten feststellen. Dies ist abhängig von der Größe der benötigten Reifengröße, vom Nutzungsverhalten und nicht zuletzt von den finanziellen Möglichkeiten.
Warum sind Winterreifen in Herbst und Winter sicherer?
Winterreifen bieten bei Schnee und Eis mehr Haftung als Sommerreifen. Der Bremsweg ist kürzer. Durch die vielen Lamellen (feine Einschnitte in die Profiloberfläche) hat der Winterreifen mehr Grip als ein Sommerreifen, dessen Gummimischung bei Temperaturen von weniger als 7°C noch dazu verhärtet. Außerdem werden die Sommerreifen geschont.
Wird das Fahren ohne Winterreifen bestraft?
In der Straßenverkehrsordnung (StVO) ist verankert, dass jedes Auto eine „geeignete Bereifung“ aufzuweisen hat. Ist die Bereifung nicht den Witterungsverhältnissen – etwas bei Eis und Schnee – angepasst, drohen Bußgelder in Höhe von 20 bis 40 Euro. Bei 40 Euro Bußgeld wird auch ein Punkt in Flensburg fällig. Im Winter stellen Winterreifen daher die beste Lösung dar.
Riskiert man ohne Winterreifen den Versicherungsschutz?
Die Haftpflichtversicherung tritt in jedem Fall ein. Die Vollkaskoversicherung dagegen kann grobe Fahrlässigkeit geltend machen.
Wann müssen Winterreifen erneuert werden?
Die Profile sollten nach Expertenmeinung eine Tiefe von 4 Millimeter nicht unterschreiten. Außerdem gilt es, auf das Alter der Reifen zu achten: Reifen, die über zehn Jahre alt sind, müssen ausgetauscht werden, da die Gummimischung sich verändert. Das Reifenalter lässt sich an der DOT-Nummer auf dem Reifen ablesen: DOT 4107 bedeutet, dass der Reifen in der 41. Kalenderwoche des Jahres 2007 hergestellt wurde.
Wo sollten Reifen gelagert werden?
Wer über ausreichend Platz verfügt, kann die nicht genutzten Pneus in einem gut durchlüfteten, trockenen Raum lagern. Es sollten keine Öle oder chemische Mittel in der Nähe stehen, da die Ausdünstungen dieser Flüssigkeiten den Reifen schädigen könnten. Eine praktische Alternative ist das Umrüsten und Einlagern der Reifen beim Fachhandel. Das kostet nicht viel und hat zudem den Vorteil, dass die Pneus fachmännisch überprüft werden, bevor sie wieder aufgezogen werden.
Warum Winter- statt Ganzjahresreifen?
Ganzjahresreifen sind immer ein Kompromiss, bei dem die eigene Sicherheit auf der Strecke bleibt: Bei winterlichen Straßenverhältnissen weisen sie schlechtere Eigenschaften auf als Winterreifen, auf trockenen und auch nassen Straßen bei Temperaturen über zehn Grad Celsius können Ganzjahresreifen wiederum nicht mit Sommerreifen konkurrieren.
Welche Regeln gelten im Ausland?
In Österreich gilt bei winterlichen Straßenverhältnissen vom 1. November bis 15. April eine Winterreifenpflicht, wobei hier die gesetzliche Vorschrift gilt, dass die Profiltiefe 4 Millimeter nicht unterschreiten darf. Auch Ganzjahresreifen sind als Winterreifen zulässig. In anderen Nachbarländern gibt es keine generelle Winterreifenpflicht.
Quelle: Pressemeldung ACV Automobil-Club Verkehr Bundesrepublik Deutschland
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